Hafenplatz in Wusterhausen, Schifffahrt

Salzschifffahrt bis 1546

Der Straßenname „Schiffahrt“ erinnert an den einstigen Hafenplatz von Wusterhausen. Die Stadt hatte ein Salzhandelsprivileg des Landesfürsten und bezog das Salz über Dosse, Havel und Elbe von der Saline in Lüneburg, um das wichtige und einst knappe Konservierungsmittel weiter zu vertreiben. Um 1400 intensivierte die Stadt den Salzhandel und gelangte zu erheblichem Wohlstand. Der Hafen war wohl zur Zeit der Stadtgründung angelegt worden: 1232 wurde Wusterhausen erstmals urkundlich erwähnt; um 1250 erhielt der Ort Stadtrecht. Gleichzeitig begann der Bau der Stadtkirche.

Ein 1242 erbautes Wehr sicherte einen Wasserstand von etwa 0,60 Meter im Hafenbecken. 1996 wurde das Areal bei Bauarbeiten für eine Regenwasserleitung von Manfred Teske archäologisch untersucht. Demnach war das Hafenbecken etwa 83 Meter lang und reichte von der Kyritzer Straße bis zur Fischerstraße und nach Süden bis auf den Hof des Grundstücks Schiffahrt 12. Im Osten war das Becken vier Meter breit, im Westen erweiterte es sich auf 15 Meter. Am Südufer gab es ein Bollwerk, an dem die Fracht be- und entladen wurde. Die anderen Ufer waren stufenförmig mit Stangenfaschinen befestigt.

1546 wurde Wusterhausen das Salzhandelsprivileg entzogen. Das Hafenbecken verschlammte und dürfte während des 30-jährigen Krieges verfüllt worden sein. Einen Fischerkahn aus dem 15./16. Jahrhundert gibt es noch im Wegemuseum Wusterhausen zu sehen.

Text: Sven Bardua

www.wegemuseum.de